Herzlich Willkommen! Ich freue mich über alle Besucher und Besucherinnen meiner Website. Hier gibt es Informationen über mich selbst, meine Bücher und demnächst auch ein paar Berichte aus meiner Bücherwerkstatt: Hintergründe zu meinem Roman, warum ich Michaels Flucht geschrieben und wie ich dafür recherchiert habe.
Am 2. März erschienen:
Michaels Flucht
Ein Roman über Ruhm, Familie und die Macht der Erinnerung.
| ISBN | 978-3-96103-497-0 | |
| Seiten | 262 | |
| Genre | Belletristik/Erzählende Literatur | |
| Autor | Anette Pieper | |
| Erscheinungs-datum | 02.03.2026 | |
| Preis | EUR 12,95 |
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Hier kommen ein paar Einblicke in meine Romanwerkstatt. Letzte Woche ist Michaels Flucht erschienen, eine Geschichte über eine Familie, verdrängte Geheimnisse und die Frage, wie unterschiedliche Menschen sich an dieselben Ereignisse erinnern. Ausgelöst wird der Konflikt durch eine fiktive Begegnung mit Michael Jackson im Sommer 1992, an die zwei Schwestern dreißig Jahre später zurückdenken.
Inspirationen: 1. Deborah
Meine Freundin Deborah. Ich lernte sie kennen, als ich mit Leo in Mexiko wohnte. In Mexiko City, um genau zu sein. Leo – manche von euch haben ihn schon durch meine Geschichten auf Substack kennengelernt – beschloss, dass er zu alt sei, um mit seiner Playmobil-Ritterburg zu spielen, und so stellten wir sie an einem wunderbaren Sonntagmorgen zusammen mit anderem Spielzeug, ein paar Vasen und einem Kissen voller Modeschmuck auf einem großen Campingtisch in unserer Einfahrt auf. Garagen-Verkauf, dachte ich, nichts Besonderes. Unsere Nachbarn schienen das nicht so zu sehen, denn sie rollten einer nach dem anderen an unserem Haus vorbei, um sich dieses seltsame Bild mit eigenen Augen anzusehen: Die blonde Deutsche mit ihrem nicht so deutsch wirkenden Sohn vor ihrem kleinen Haus, beschattet von riesigen Bäumen, in der ehrwürdigen Avenida Francisco Sosa, wo die Reichen und Berühmten, die Funktionäre und Mafiosi hinter hohen Mauern ihre Villen hatten. In dieser Straße war es absolut unüblich, sein Tor auch nur zwanzig Sekunden zu lange offen stehen zu lassen – man war jederzeit auf Überfälle aller Art gefasst.
Doch was sollte man uns schon groß stehlen, dachte ich. Und wieso sollten Verbrecher ausgerechnet unser nettes kleines Häuschen für einen Raubzug auswählen, wenn genügend opulente Herrenhäuser links und rechts auf Diebe warteten??
Also machten wir Garagenverkauf. Zwar erwarben unsere Nachbarn nichts, sondern fuhren nur sehr langsam in ihren Luxuslimousinen an uns vorbei und betrachteten uns vermutlich durch ihre verspiegelten Fenster. Dafür kamen Familien mit Kindern, die ihren Sonntagsausflug aus den ärmeren Vierteln in unser malerisches Coyoacán unternahmen, um, wie es die Tradition wollte, hier in einer der stadtbekannten Eisdielen ihr Eis zu essen. Sie flanierten durch unsere Straße, erblickten unseren Verkaufsstand und schauten, was wir so zu bieten hatten. Bald war nichts mehr da außer – ja, außer der wunderbaren Ritterburg, komplett mit Burgfräulein und Schlossgespenst, die Leo unverdrossen feilbot, obwohl ihr hoher Preis potenzielle Kunden offensichtlich abschreckte.
Dann kam Deborah. Eine dunkellockige Schönheit mit violetten Augen, einer tiefen Stimme und eckigen Bewegungen, gebürtig aus Kassel. Ihr Mann war auch dabei, ein Mexikaner, sehr schmal, mit scharfgeschnittenem Gesicht. Dass er ein Fan Napoleons war und ein Gutteil seiner Zeit damit verbrachte, eine Biografie seines Helden zu schreiben, für die er niemals einen Verlag finden würde, erfuhren wir erst später. Vorerst interessierte Deborah sich für die Ritterburg. Denn sie erwartete den Besuch ihrer beiden Kinder, die in Deutschland lebten. Deborah kaufte die Ritterburg, ich lud sie zu einem Kaffee ins Haus ein, und unsere Freundschaft nahm ihren Anfang. In meinem Wohnzimmer stand ein schönes Klavier, das meiner Vermieterin gehörte. Deborah fragte, ob sie darauf spielen dürfe. Sie spielte derartig virtuos, dass es mir die Sprache verschlug.
Nachher tranken wir Wein, viel Wein, und sie erzählte mir ihre Geschichte: wie sie als Wunderkind aufgewachsen war, immerzu Klavier geübt hatte. Und dann mit Anfang zwanzig, zu Beginn einer großen Karriere, Mann, Beruf und Kinder verlassen hatte und nach Mexiko geflohen war. Hier lebte sie in prekären Verhältnissen, hielt sich mit Klavierstunden über Wasser und spielte tagaus- tagein Computerspiele. Irgendwann habe ich sie nach unserer Zeit in Mexiko leider aus den Augen verloren.
Aber ich habe Deborah und ihre Geschichte nie vergessen. So wurde sie zu dem kleinen Kern, aus dem mein Roman „Michaels Flucht“ gewachsen ist.
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